Salzstadel OstseiteDer Ulmer Salzstadel

Das Renaissancegebäude wurde in den Jahren 1592/93 von Stadtwerkmeister Caspar Schmid und Zimmerwerkmeister Matthäus Gaiser erbaut. Ob die freie Reichsstadt Ulm den Profanbau tatsächlich als Lagerhaus für Salz errichten ließ, wie der Name vermuten lässt, oder ob es doch zunächst hauptsächlich als Getreidemagazin diente, lässt sich nicht zweifelsfrei belegen. Aus dem Jahre 1802 datiert der erste eindeutige Hinweis, dass im heutigen Salzstadel tatsächlich Salz lagerte, 1804 ist die Lagerung von Salz und Getreide nachzuweisen. Typisch für die Ulmer Bauten dieser Zeit sind die dicken gemauerten und verputzten Außenwände und das steile Satteldach, im Innern die bautechnisch hervorragend ausgeführten Holzkonstruktionen (Ständerhallen in allen Ober- und Dachgeschossen des Salzstadels). Das schöne Portal stammt vom Steinmetz Claus Bauhofer, der auch das Ulmer Ratsportal schuf.

Seit dem 19. Jahrhundert wurde der Salzstadel militärisch genutzt; zunächst weiterhin als Salz- und Getreidespeicher, dann als Geschirr- und Gewehrmagazin. Im Laufe der Zeit wurden im Erdgeschoss Pferdeställe und eine Kraftwagenhalle eingebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den das Gebäude ohne schwerere Schäden überstanden hatte, dienten die oberen Stockwerke teilweise als Wohnraum, andere Flächen wurden als Lager, Werkstatt- oder Geschäftsräume genutzt. Erst nach der Grundinstandsetzung (1982 außen und 1987 - 1990 innen) bezog das Museum der Brotkultur (damals Deutsches Brotmuseum) das historische Lagerhaus mitten in der Ulmer Altstadt.

Am Tag des offenen Denkmals (2. Sonntag im September) sind die Dachgeschosse des Salzstadels zugänglich.



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